Rundgang zum Präventionstag

Zum Auftakt des diesjährigen Deutschen Präventionstages, dem weltweit größten Jahreskongress für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention, fand am Sonntag, den 19. Mai im QM-Gebiet ein Rundgang zum Thema "Urbane Sicherheit am Beispiel Kottbusser Tor" statt. Die teilnehmenden Gäste aus etwa zehn Bundesländern wurden an Stationen geführt, an denen bereits kriminalpräventiv gearbeitet wird.

Kiezreporterin QM ZKO

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Rundgang zum Präventionstag

„Prävention“ ist ein kompliziertes Wort: Laut Duden bedeutet es, bestimmten Ereignissen vorzubeugen. Ohne geeignete Maßnahmen bleibt eine Prävention jedoch abstrakt. Zum Auftakt des diesjährigen Deutschen Präventionstags – dem weltweit größten Jahreskongress speziell für das Arbeitsgebiet der Kriminalprävention sowie angrenzender Präventionsbereiche – fand im QM-Gebiet am 19. Mai 2019 ein Vor-Ort-Termin zum Thema „Urbane Sicherheit am Beispiel Kottbusser Tor“ statt. Die teilnehmenden Gäste aus etwa zehn Bundesländern wurden während eines Rundganges thematisch durch das Quartier geführt – an Orte, an denen bereits kriminalpräventiv gearbeitet wird und kriminalpräventive Maßnahmen stattfinden bzw. in Kürze angegangen werden sollen.

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Das Modellprojekt „Gemeinwesenorientierte Sozialarbeit am Kottbusser Tor“: Unterstützung, Beschäftigung, Prävention

Eine praktische, präventive Umsetzung ist das Modellprojekt „Gemeinwesenorientierte Sozialarbeit am Kottbusser Tor“. Die Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, das Quartiersmanagement, die Polizei und der mit der Umsetzung beauftragte Träger Fixpunkt e.V. arbeiten dafür seit 2016 eng zusammen.

Seit 2017 setzt Fixpunkt e.V. unterschiedliche, aufeinander abgestimmte Maßnahmen um, die zur Verbesserung der Sicherheit und Ordnung und zur Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität und damit zur Stärkung des Kiezes beitragen sollen.

Kiezreporterin QM ZKO

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Dazu gehört beispielsweise die Verbesserung des niedrigschwelligen Zugangs zu Unterstützungssystemen für Obdachlose und Drogen- und Alkoholabhängige. So ist Fixpunkt e.V. auch dreimal wöchentlich mit einem Gesundheits- und Präventionsmobil vor Ort Projekt „Mobilix“. Darüber hinaus ist ein Peer-Beschäftigungsprojekt unter Beteiligung der Zielgruppe aufgebaut worden, das vor allem auf Gesundheitsförderung und „Harm Reduction“ als auch auf das Einsammeln von Utensilien des Drogenkonsums im öffentlichen Raum ausgerichtet ist. Verbunden damit sind die sozial verträgliche Nutzung des öffentlichen Raums am Kottbusser Tor sowie die Vorbeugung sozialer Ausgrenzung und Deeskalation von Konflikten. „Wir sind aufsuchend auf die Straße gegangen“, erklärt Sebastian Bayer von Fixpunkt e.V. Ziel dieser Suche ist es, „substanzkonsumierenden Menschen“, wie Bayer sie mit Bedacht nennt, und wohnungslosen Menschen zu helfen. Das Problem solle angegangen und nicht verdrängt werden. Parallel dazu erfolgt auf Informationsveranstaltungen aufklärende Öffentlichkeitsarbeit für die Bewohner*innen und Gewerbetreibenden. So wurde z.B. die Broschüre „Umsicht! Vorsicht! Dann sticht es nicht!“ PDF hier downloaden herausgegeben. Nachbar*innen finden darin illustrierte Informationen zum Umgang mit Konsument*innen und Spritzenfunden im Wohnumfeld sowie Kontaktadressen zu Hilfsangeboten in der Nähe.

Zum Erfolg der gemeinsam umgesetzten Strategie am Kottbusser Tor trägt auch die regelmäßige Präsenz der sog. Brennpunktstreife Kotti bei: „Wir zeigen Präsenz, seitdem sind die Deliktzahlen bis zu 60 Prozent zurückgegangen“, informieren die Polizeibeamten während des Rundgangs.

Anwohner*innen, Gewerbetreibende, Drogenkonsumierende, die Polizei, das Quartiersmanagement und das Bezirksamt – alle haben im Projekt unterschiedliche, manchmal auch konträre Rollen. Aber „alle sind wichtig, damit sich etwas ändert“, meint die Suchthilfekoordinatorin des Bezirksamtes, Julia Thöns. Nur, wenn die Akteur*innen zusammenarbeiten, lernten sie voneinander. Den Vernetzungsgedanken betonte auch der anwesende Staatssekretär Aleksander Dzembritzki.

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