Am Spielplatz im Hof des Neuen Kreuzberger Zentrums (NKZ) gibt es seit zwei Jahren einen mobilen Spielverleih. Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 15 und 18 Uhr ist der Verleih ein sozialer Treffpunkt – nicht nur für Kinder.
Honorarkraft Arzu mit Kindern auf dem Spielplatz Neues Kreuzberger Zentrum.
Schulschluss ist um 16 Uhr, dann noch fünfzehn Minuten Laufweg und schlagartig um Viertel nach vier ist der Spielplatz zwischen Skalitzer Straße und Adalbertstraße voll mit Kindern. Aber nicht nur sie kommen. Auch die Eltern mit Kleinkindern erreichen nun die vom Großstadttrubel abgeschirmte Ecke. Der in unmittelbarer Nähe ansässige Spielgeräteverleih im Nachbarschaftstreff NKZ ist der soziale Treffpunkt mit Tee, Gebäck und Neuigkeiten.
Eine von drei Frauen nachmittags vor Ort
Drei Honorarkräfte betreuen den Spielverleih. Arzu, Gülcan und Rukiye sind jeden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag zwischen 15 und 18 Uhr vor Ort. Im Winter oder wenn es regnet, können sie im Nachbarschaftsraum Brettspiele oder Spielautos aus den Schränken holen. Wenn die Sonne scheint, hält nichts und niemand die Kinder in dem Raum, sie stürmen auf den Spielplatz. Arzu, Gülcan und Rukiye wechseln sich ab, sodass stets eine der drei Frauen vor Ort ist. Die den Raum aufschließt, den Samowar in Gang setzt und Gebäck bereitstellt. Meistens finden sich recht schnell Eltern aus der Nachbarschaft ein.
Die erste Stunde ist die etwas ruhigere. Noch haben sich nicht so viele eingefunden. Doch wenn die Schule aus ist, dann wird es voll. Bis die Familien später nach und nach zum Abendbrot nach Hause gehen, ist es quirlig auf dem Spielplatz und im Nachbarschaftsraum. Wie in einem Bahnhof geht es zu. Kurz vor 18 Uhr wird es wieder dann ruhiger. Die Honorarkräfte räumen zusammen und verschließen den Raum. Bis zum nächsten Tag.
Projektleiter Wolfgang Moser.
Spielverleih hat mehrere Aufgaben
Natürlich ist es eine Funktion des Spielverleihs, den Kindern Spielgeräte zur Verfügung zu stellen. Er soll die Spielmöglichkeiten abwechslungsreicher machen. Ein weiteres Ziel ist es, durch die aktive Nutzung des Spielplatzes und dessen regelmäßige Präsenz eine Öffentlichkeit zu erzeugen und dadurch Zweckentfremdungen entgegenzuwirken. Außerdem sollen Kinder, die in schwierigen ökonomischen Verhältnissen aufwachsen, die Möglichkeit bekommen, diverse Spielgeräte ausprobieren zu können.
Nachbarschaftsraum ist Basis
Sein Zuhause hat der Spielverleih im Nachbarschaftsraum in der Adalbertstraße 4. In diesem Raum haben die Honorarkräfte des mobilen Spieleverleihs ihre Basis. Die Honorarkräfte werden über ein Projekt des Quartiersmanagements finanziert. „Kotti verspielt“ lautet der Titel dieses Projekts, dass mit Mitteln des Programms Sozialer Zusammenhalt vom 01.04.2023 bis 31.12.2025 gefördert wird. Träger des Projekts ist der Assemblage e.V. Konkret ist Wolfgang Moser Projektleiter. Er und die drei Honorarkräfte Arzu, Gülcan und Rukiye sind die guten Seelen des Spielplatzes im Neuen Kreuzberger Zentrum.
Lest übrigens mehr zum Spielplatz am NKZ im Beitrag Das „Herz des Zentrums“ ist zurück
Foto: Andrei Schnell
Text: Andrei Schnell, 12.06.2025