Mitmachen

Wie kann es in der Quartiersarbeit gelingen, Bewohnerinnen und Bewohner eines Stadtteils besser an Prozessen und Entwicklungen in ihrem Wohnumfeld zu beteiligen? Welche Wege müssen beschritten werden, damit auch die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner berücksichtigt werden, die ihre Stimme „nicht laut erheben“? Im Quartier rund um das Kottbusser Tor arbeitet seit 1999 das Quartiersmanagement, um gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Akteurinnen und Akteuren die Lebensbedingungen in ihrem Stadtteil zu verbessern.

Grafik: QM ZKO

Grafik: QM ZKO

Die Erfahrungen des Quartiersmanagement-Teams haben aber gezeigt, dass die Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern nicht selten eine Herausforderung darstellt. Deshalb bedarf es immer wieder neuer Wege und Formate, um Bewohnerinnen und Bewohner zu erreichen und sie für die Mitgestaltung ihres Kiezes zu gewinnen. Es gibt dabei jedoch keine Patentrezepte, da in jedem Stadtteil individuelle Beteiligungsstrukturen entwickelt werden müssen, die zu den jeweiligen Rahmenbedingungen und Gegebenheiten passen. Anwohnerschaft, Institutionen und Organisationen sind dabei aktiv eingebunden. Die Broschüre „Beteiligungsmodelle in der Sozialen Stadt“ zeigt, wie dieser Ansatz konkret funktioniert.

Broschüre zu Beteiligungsmodellen in der Sozialen Stadt zum downloaden (.pdf-Datei)

Wichtig dabei ist: Stadtteilarbeit muss im Alltag und in der Lebenswelt der Menschen verortet sein und darin aktiv werden. Es ist wichtig in Erfahrung zu bringen, wie die Wohn- und Lebensverhältnisse vor Ort sind, wie die Menschen ihr Leben bewältigen und welche Interessen, Motivationen und Bedürfnisse, aber auch Kompetenzen sie haben. Damit die Quartiersmanagerinnen und -manager mit Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch kommen, muss es für die Menschen eine Anlaufstelle vor Ort geben, die allen möglichst niedrigschwellig zugänglich ist. Hier gewinnt die aufsuchende Arbeit gegenüber dem Vor-Ort-Büro an Bedeutung: die Quartiersmanagerinnen und -manager müssen im Stadtteil unterwegs sein, Kontakte aufbauen, informelle Netzwerke aufspüren und pflegen. Dazu gehört auch, regelmäßig Bewohnerinnentreffs und -veranstaltungen aufzusuchen, an zentralen Treffpunkten präsent zu sein und Bewohnerinnen und Bewohner auch auf der Straße anzusprechen. Wesentlich sind dabei das Auftreten und eine Haltung ohne Bevormundung gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern. Denn nur wirkliches Interesse an ihrer Lebenswelt sowie die Wertschätzung ihrer Interessen und Potenziale schaffen Vertrauen und die Basis dafür, dass die Menschen in ihrem Kiez und ihrer Nachbarschaft aktiv werden. Wer im Alltag der Menschen „ankommen will“, muss neugierig sein, zuhören und einen offenen Blick für andere Strategien und Ideen zur Lebensbewältigung haben. Das bedeutet, dass sich die Ziele und Aktivitäten der Stadtteilarbeit an den Bedürfnissen und Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner ausrichten müssen, nicht umgekehrt. Wenn Menschen die Erfahrung machen, dass ihre Beteiligung auch gewollt ist und ernst genommen wird, kann es auf lange Sicht gelingen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Lebenswelt aktiv mitgestalten. Es kann auch gelingen, jene zu erreichen, die sich in öffentlichen Meinungsbildungsprozessen bisher gar nicht oder wenig artikulierten. „Raus ins Quartier!“ – lautet also das Motto des Quartiersmanagements, das seine Arbeit auf zentrale Orte und Einrichtungen ausweitet und dort kontinuierlich und regelmäßig präsent sein wird.


Sie wollen sich für die Entwicklung ihres Kiezes engagieren? Dann sind sie hier genau richtig! Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler für die Quartiersentwicklung sind immer willkommen. Kommen Sie doch einfach einmal vorbei und wir beraten sie dabei, wie und wo sie sich in ihrem unmittelbaren Umfeld engagieren können.

Telefon: 030 612 30 40

E-Mail: info ätt qm-zentrumkreuzberg.de

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