„Wir sind der Kotti!“ - Wie Kinder und Erwachsene das Kottbusser Tor sehen

Der Junge hat die Augen ein wenig zusammengekniffen, als müsse er sich anstrengen, zu erkennen, was um ihn herum passiert. Die Häuser hinter ihm stehen auf dem Kopf, am Himmel befinden sich Sterne, die Sonne daneben hat Fenster und eine Tür. Auf einem anderen Bild ist ein Mädchen mit Kopftuch und einem Lächeln zu sehen, hinter ihr fliegen Einhörner. Die Bilder sind zwei von 16 Selbstporträts von Kindern der Klasse 6b der Jens-Nydahl-Grundschule. Seit Ende Oktober sind sie Teil der Ausstellung „Wir sind der Kotti!“, die an der Südseite des U-Bahnhofs Kottbusser Tor (U1/U3) angebracht ist. Dank der Unterstützung der BVG können die Bilder am Viadukt hängen.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.


Am 24. Oktober 2019 umrundeten die Schüler*innen mit Plakaten und Kuhglocken das Kottbusser Tor, liefen durch die Passage des Neuen Kreuzberger Zentrums und wieder zurück. Sie weihten die Ausstellung mit einer Demo, der „Kotti-Kids-Demo“, ein. Begleitet wurden sie von der Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, der stellvertretenden Schulleitung, Vertreter*innen der BVG, den Mitarbeiter*innen des Quartiersmanagements, der Bezirks- und Senatsverwaltung sowie spontan sich anschließenden Passant*innen.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Es ist die zweite Ausstellung dieser Art, die von Kotti Coop e.V. initiiert wurde. Alexander Kaltenborn, Vorsitzender des Vereins, plant das Kunstprojekt für nächstes Jahr auf die ganze Jens-Nydahl-Schule auszuweiten. Dann könnten noch mehr Kinder malen, wie sie den Kotti sehen. „Der Platz ist bekannt als Durchgangs- und ‚Brennpunkt’-Ort hinsichtlich Drogen-, Tourismus- und Sicherheitsproblemen. Doch wer dort eigentlich wohnt und welche Kinder im Kiez aufwachsen, kommt selten zur Sprache“, erklärt Kaltenborn.

Die Ausstellung will ein buntes Bild vom Kotti zeichnen: Viele Menschen mit sehr unterschiedlichen Geschichten, Kulturen und Hintergründen leben dort zusammen und fühlen sich wohl. „Die Kinder sind ‚stolz wie Bolle‘, wenn sie vorbeikommen, ihre Porträts an den Seitenwänden des Hochbahnhofs sehen und sie ihren Freunden und Verwandten zeigen“, sagt der Projektleiter Kaltenborn.

Der zweite Teil der Ausstellung ist den Erwachsen gewidmet und hängt an der Nordseite des U-Bahnhofs: 16 Selbstporträts von Bewohner*innen des Neuen Kreuzberger Zentrums sind zu sehen, die im Rahmen des Projektes „Denkbilder der Nachbarschaft“ entstanden sind. Dies ist ein Kooperationsprojekt des Projektraums Kotti Shop und der Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße. Die Porträts der Kinder und Erwachsenen sollen noch bis ins kommende Jahr hängen bleiben. Außerdem kann eine gesonderte, digitale Variante zur Ausstellung in der Mittelpunktbibliothek Adalbertstraße via App ausprobiert werden.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.

Wir danken allen Kooperationspartner*innen, die dieses Projekt möglich gemacht und daran mitgewirkt haben. Ein besonderer Dank geht an die BVG sowie der Polizei, die die Kotti-Kids-Demo überhaupt erst ermöglicht haben, indem sie den zentralsten Bereich des Kottbusser Tores abgesperrt und die Demo begleitet haben.

Kotti Coop e.V.

Kotti Coop e.V.