Tag des Offenen QM - 20 Jahre Soziale Stadt

Wenn man jemanden gut kennt, geht man zu dessen Geburtstag – ist doch Ehrensache. Oder kennen Sie es, von guten Freund*innen zu einer Party mitgenommen zu werden? Meist macht es Spaß, die Bekanntschaften des eigenen Freundeskreises kennenzulernen.

QM ZKO

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Tag des Offenen QM - 20 Jahre Soziale Stadt

So war das auch beim Sommergeburtstagsfest des Quartiersmanagements am 13. Juni. Das QM koppelte gleich zwei 20-jährige Jubiläen: den eigenen und den des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“. Und weil viele Vereine, Initiativen und Aktive in der Nachbarschaft das QM Zentrum Kreuzberg/Oranienstraße schon seit langer Zeit kennen, brachten sie nicht nur sich selbst, sondern auch Freund*innen mit. Bis 19h lösten die insgesamt etwa 90 Gäste gemeinsam ein Kiez-Quiz, upcycelten, redeten und aßen zusammen oder ließen ihr Fahrrad von der Polizei kennzeichnen.

Kiezreporterin QM ZKO

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Zusammengeführte Projekte

„Das Quartiersmanagement ist ein ausschlaggebender Player in Kreuzberg“, meint Barbara Bichler vom freiraum für fotografie („fhochdrei“). Die Initiative der Gesellschaft für Humanistische Fotografie sitzt in der Waldemarstraße 17 und lädt an jedem ersten Sonntag im Monat zu einer Foto-Führung ein. Pro Jahr gibt es dort fünf bis sechs Ausstellungen internationaler Autor*innen-Fotografie zu sehen. „Es wäre doch schön, wenn thematisch ähnliche Projekte nicht parallel laufen, ohne dass sie voneinander wissen, sondern zusammen geführt werden“, meint die Kommunikationsexpertin. So, wie das eben heute in der Dresdener Straße 12 passiert. Gerade sitzt Barbara Bichler mit Marie Schubenz an einem der aufgestellten Bierbänke vor dem Quartiersmanagement zwischen Kotti & Co-Jutebeuteln, Kotti-Buttons und Buntstiften mit dem „20 Jahre Soziale Stadt“-Logo. Die beiden tauschen sich über ihr Tun im Bezirk aus. Marie Schubenz ist im Mieterrat des Neuen Kreuzberger Zentrums (NKZ) aktiv und außerdem im neuen Nachbarschaftsraum NKZ in der Adalbertstraße. „Der Raum ist offen für alle Nachbarn“, sagt sie. Das Konzept stamme von Müttern, die in der Nachbarschaft wohnen; erste Projekte wie eine Märchenvorlesestunde und Mathenachhilfe haben schon stattgefunden. „Ein Mädchen hat sich zum Fastenbrechen gedacht, dass wir dieses Ereignis zusammen begehen könnten“, erzählt Marie Schubenz weiter. So saßen dann wirklich alle gemeinsam beim „Iftarfest“ im Nachbarschaftsraum, hatten etwas zum Essen mitgebracht und das Mitgebrachte auf die von der jungen Organisatorin geschmückten Tische gestellt. „So etwas schafft schöne Verbindungen“. Zukünftig sollen die Räumlichkeiten häufiger genutzt werden, gerade ist alles noch am Anlaufen. Daneben unterhält sich Monika Barthelmeß mit Christiane Düringer von Fixpunkt e.V. Oder besser gesagt: Sie erzählt, wie es ganz am Anfang im NKZ war, denn „Moni“ wohnt schon seit den Siebzigern dort, also seit kurz nach der Fertigstellung des Gebäuderiegels. „Der Balkon ist oft dreckig wegen der Tauben, aber ich habe ja einen Schrubber“, meint sie. Und die Aussicht entschädige für alles, auch wenn Nachbar*innen mal ihre Zigaretten wegrauchten.

Kiezreporterin QM ZKO

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Fahrradcodierung

Auf dem Spielplatz direkt gegenüber des QM-Büros schieben heute viele Geburtstagsgäste ihre Fahrräder. Die Polizei bietet eine Kennzeichnung an, die vor Diebstahl schützen soll. Dabei wird mit einem Aufkleber ein bestimmter Code am Fahrradrahmen angebracht, der die verschlüsselte Anschrift der Eigentümer*in enthält. Einen Fahrradpass gibt es dann auf Papier oder als App („FAHRRADPASS-App“ der Polizei). Die Polizei oder Fundstellen können so schnell handeln, wenn ein Fahrrad gestohlen wurde. Am heutigen Nachmittag wurden etwa dreißig Fahrräder codiert, erzählt ein Polizist gerade, als noch vier weitere Geburtstagsleute ihr Rad durch das Hoftor schieben. Einen Pass sollte man zu dieser Aktion dabeihaben und bestenfalls einen Kaufvertrag. „Der Beleg ist eine Kontrollmöglichkeit für den legalen Erwerb des Fahrrads. Bei Ebay kommt es ja oft vor, dass Räder geklaut sind“, erklärt eine Polizistin. Dann müsste die Polizei das Fahrrad beschlagnahmen. Mit frisch codierten Fahrrädern verlassen zwei Leute den Hof und erzählen, dass sie extra auch dafür gekommen seien.

Einbruchschutz

Neben der Radcodierung steht noch ein Mitarbeiter der Polizei, der schon seit 20 Jahren zum Thema Einbruchschutz berät. Auf einem Tisch stehen ein Modell-Fenster und eine -Tür mit speziellen Riegeln. Zuerst muss er wissen, welche Art Tür oder Fenster geschützt werden soll und dann legt er los: „Der Täter hebelt und tritt gegen die Tür, grobe Gewalt spielt meist eine große Rolle“, führt er in die Problematik ein. Doch dagegen könne vorgegangen werden, wenn klar ist, welche Schwachstellen die Tür habe. Beispielsweise könne bei einer zweiflügeligen Tür (wie sie oft in einem Altbau vorkommt) ein Stangenriegelschloss mit Sperrbügel Abhilfe schaffen. Wenn weniger Geld ausgegeben werden soll, sei eine Verschraubung sinnvoll. Und fünf Prozent aller Einbrüche würden verhindert, wenn die Tür einfach immer abgeschlossen würde, auch dann, wenn die Bewohner*innen zuhause seien. Bei so einem doppelten Geburtstag im QM geht das natürlich nicht – schließlich sollen bei dem guten Wetter alle rein und raus.

Ansturm bei den Sockenpuppen

Drinnen an einem Tisch stehen die Kolleg*innen von Yeşil Çember gGmbH. Die türkischsprachige Organisation hat jetzt ein Büro im Wedding, der frühere Sitz war aber am Kotti. Themen sind Umweltbildung wie Anwohner*innenberatungen über nachhaltiges Einkaufen oder Projekte mit Schulen (u.a. „kultursensible Umweltbildungsmaterialien“ oder ein deutsch-türkisches „Umwelt-Wörterbuch“). Die Programme sind oft dreisprachig (Arabisch/ Türkisch/ Deutsch). Für Kinder hat Yeşil Çember auch heute etwas zu bieten: Sockenpuppen. Dabei wird eine Socke nach Wahl mit Wolle ausgestopft und mit Augen und Mündern beklebt. „Heute war richtig Ansturm“, meint Cengiz Jimenez. Warum sie heute hier sind? „Unsere Chefin hat schon lange einen guten Kontakt mit dem QM“. Klar, dass man da zum Geburtstag kommt – ist doch Ehrensache.

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